Donnerstag, 22. Januar 2015

Leipzig 21.1.2015 Rede von Götz Kubitschek ab 2:34:00

Guten Abend, Leipzig!

Mein Name ist Götz Kubitschek, ich darf heute Abend zu Euch sprechen, und bevor ich die Frage beantworte, wofür wir heute auf die Straße gegangen sind, will ich drei Dinge betonen:
Das, was wir hier heute Abend tun, ist etwas völlig Normales: Wir sorgen uns um die Zukunft unserer Heimat, und wir äußern diese Sorge auf der Straße, weil die Parlamente und Redaktionen für uns keine offenen Türen haben.
Das, was wir heute Abend tun, ist etwas Mutiges: Es ist in Leipzig kein Zuckerschlecken, den linksradikalen Gewalttätern die Stirn zu bieten.
Das, was wir heute Abend tun, ist ein Beispiel für ganz Deutschland. Seid Euch sicher: Hinter jedem von Euch stehen Tausend Bürger aus allen Teilen Deutschlands, die heute Abend nicht in Leipzig sein können.
Leipzig geht mit gutem Beispiel voran, Ihr alle hier geht mit gutem Beispiel voran!
Ich will einen Punkt ergänzen: Das, was wir heute Abend tun, ist unser gutes Recht. Es ist unser im Grundgesetz verankertes Recht, auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren und Forderungen zu stellen.
Dieses Recht ist den Dresdnern am Montag verweigert worden. Es hat eine Morddrohung gegen Lutz Bachmann gegeben, von islamistischer Seite.
Ich weiß nicht, wer von Euch einmal in Dresden mit dabei war – ich war fünf Mal dort und habe in keiner einzigen Rede Anti-Islam-Hetze gehört.
Ich habe außerdem das 19-Punkte-Papier der Dresdner gelesen und darin nicht die geringste Anti-Islam-Hetze gefunden.
Ich habe aber in den vergangenen Wochen und Monaten auch sehr genau den Politikern zugehört:
+ Hannelore Kraft von der SPD hat über die PEGIDA gesagt: „Wer dort hingeht, muß sich im Klaren sein, welchen Rattenfängern er eine Bühne bietet.“
+ Lorenz Caffier von der CDU hat gesagt, es geht hier bei uns „nur um Hetze und Verleumdung.“
+ Und Thomas Oppermann von der SPD ist am deutlichsten geworden. Er hat gesagt: „Die Drahtzieher müssen wir bekämpfen.“
Was meint Thomas Oppermann damit? Ist das nicht ein Hinweis für mögliche Attentäter? Solche Politiker sind geistige Brandstifter.
Mir kommen die betroffenen Gesichter der Politiker und die Bekenntnisse zum Demonstrationsrecht billig und verlogen vor.
Ein Freund aus meinem Dorf sagte gestern zu mir: „Ich bin Handwerker – Politiker sind Maulwerker.“ Ich habe ihm versprochen, dieses Wort heute zu verwenden.
Angela Merkel, Thomas Oppermann, Wolfgang Thierse und andere Maulwerker hätten am Montag in der ersten Reihe mitspazieren sollen in Dresden – nicht für die Forderungen der PEGIDA, sondern für das Recht der PEGIDA, für diese Forderungen zu demonstrieren.
Welche Forderungen sind das eigentlich? Warum sind wir heute Abend hier in Leipzig auf die Straße gegangen? Ich kann das an einem einzigen, kurzen Satz erklären. Dieser Satz ist in Leipzig vor 25 Jahren schon einmal laut und mutig gerufen worden: „Wir sind das Volk!“
Wir alle hier sind Teil des deutschen Volkes, und im Grundgesetz steht, daß dieses Volk und niemand sonst in diesem Land die Macht ausübt. „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, so steht es schwarz auf weiß im Grundgesetz.
Alle Politiker, alle Staatsbeamte, alle Richter, alle Polizisten sind vom Volk und für das Volk gewählt oder eingesetzt worden. Sie sind für uns da, nicht wir für sie! Sie sind dafür da, das Wohl dieses Volkes, unser Wohl, zu verteidigen und zu fördern.
Wir dürfen dies nie vergessen: Wir haben als Volk das Recht, mit unserer Sorge um unser Wohl auf die Straße zu gehen. Wir haben als Volk das Recht, andere Politiker zu wählen! Kein Politiker aber hat das Recht, sich ein anderes Volk zu wählen!
Denn unser Volk muß nicht neu erfunden werden. Ein Volk wird nicht neu erfunden, es wandelt sich, langsam und vorsichtig. Unser Volk hat schon immer Fremde aufgenommen und neue Bürger begrüßt, die zu Deutschen werden wollten. Das war nie ein Problem. Aber unser Volk darf nicht ausgetauscht werden.
Dazu gehört ein weiterer Gedanke, er ist wichtig für uns alle: Unser Volk hat eine große und besondere Geschichte. Unser Volk hat von anderen Völkern viel gelernt und anderen Völker viel beigebracht, sein Erfindergeist, sein Organisationstalent, sein Fleiß sind sprichwörtlich, seine Musik und seine Philosophie sind einzigartig. Unser Volk hat sich in der schwierigen Mitte Europas behauptet, es hat Kriege geführt und wurde mit Krieg überzogen.
Warum zähle ich das auf? Ich zähle es auf, weil wir alle hier diejenigen sind, die diese deutsche Geschichte weitertragen müssen und weitertragen dürfen.
Das beginnt in der Familie: Wir haben Mütter und Väter, wir haben Söhne und Töchter, und wir sind Teil der ganzen deutschen Geschichte:
+ Wir tragen die Geschichte der Bürger und Bauern mit, die unsere Städte und Dörfer erbauten.
+ Wir tragen die Geschichte der Buchdrucker hier in Leipzig und die Geschichte jener glücklichen Bürger, die Bach an der Orgel der Thomaskirche spielen hörten.
+ Wir tragen die Geschichte der großen Völkerschlacht von Leipzig mit, in der das ganze deutsche Volk um seine Freiheit kämpfte.
+ Wir tragen die Geschichte der armen und der reichen Leute mit, die Geschichte der fleißigen Handwerker und der großen Forscher, der guten Mütter und der strengen Lehrer.
+ Wir tragen auch die Geschichte der Zerstörung mit: die Geschichte der gefallenen Soldaten, der getöteten Juden, der zerbombten Städte und der Millionen Vertriebenen.
+ Diese Geschichte mündet in das, was die meisten von uns noch erlebt haben: in die Geschichte der Teilung und des zerrissenen Landes und dann in den großen Kampf, den die Bürger der DDR für uns alle gewagt haben: den Kampf um die Freiheit und die Wiedervereinigung.
Wir alle bauen nun an der deutschen Geschichte weiter. Das ist keine leichte Aufgabe, und ich muß dabei auf etwas sehr Schmerzhaftes hinweisen:
Die Politiker, die unser Volk in die falsche Richtung führen, sind unsere Landsleute; und die Demonstranten, die sich uns in den Weg stellen und uns auf den Leib rücken, sind ebenfalls unsere Landsleute.
Es geht ein tiefer Riß durch unser Volk, und nur dann, wenn wir friedlich demonstrieren und mit unserer Sorge das ganze Volk meinen, können wir diesen Riß schließen.
Aber wir können das Mögliche tun. Wir müssen dafür sorgen, daß dieses Land unser Land bleibt und daß unser Volk ohne Riß an seiner Zukunft baut. Das ist mein Wunsch – und Eurer doch auch, oder?

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